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im Tal: dreißig Jahre, fünfzig Werke
& einige Wünsche


Erwin Wortelkamp – hier und dort VII
Blätter, Bäume – vielleicht


Erwin Wortelkamp – Figur, Form, Landschaft
Teil II


Erwin Wortelkamp – Figur, Form, Landschaft
Teil I


Erwin Wortelkamp – hier und dort V
Das unübersetzbare Maß


Erwin Wortelkamp – hier und dort IV
Eifel und Westerwald


Erwin Wortelkamp – hier und dort III
unterwegs mit Hans von Marées


Raum.inhalt (3)
und/and


Erwin Wortelkamp – dort und hier II
Dakar und Weyerbusch


Raum.inhalt (2)
noli me tangere


Erwin Wortelkamp – hier und dort I
Arp Museum Bahnhof Rolandseck


Raum.inhalt (1)
The Big Exploration


Heinz Breloh
Allesdurchdringung


Jörg Baier
Park


herbst

bildAusstellungsansicht Depositum 2015

 

Ausstellung | hier und dort VII
›Erwin Wortelkamp. Blätter, Bäume – vielleicht‹ Teil 1 & 2

Der siebte Ausstellungsblock in der Reihe ›hier und dort‹ nimmt anders als seine Vorgänger ein Motiv zum Ausgangspunkt, um gemäß der Reihenkonzeption einen vertikalen Schnitt durch das Œuvre von Erwin Wortelkamp zu zeigen: Bäume und Blätter. Für diejenigen, die Wortelkamps Œuvre der letzten Jahre kennen, wenig überraschend, nutzt er doch vorwiegend den (Baum)Stamm als Material. Seine Auseinandersetzung mit den Motiven Baum und Blatt aber reicht weit vor die Zeit zurück, in der das Material Holz wieder (1963–65) werkbestimmend wurde. So trug Wortelkamps vermutlich wichtigste Einzelausstellung der 1970er Jahre, 1976 in der Kunsthalle Mannheim, den Titel ›Bäume und Blätter‹. Titelgebend waren Großplastiken aus Stahlblechen. Diese bilden nun – vierzig Jahre später – den Ausgangspunkt für die beiden Inszenierungen im Depositum und im Haus für die Kunst. Heinz Fuchs, den damaligen Direktor der Kunsthalle, erinnerten die »organoiden Randformen von Wortelkamps ›Blättern‹« an die ausgeschnittenen Formen der Papierschnitte von Henri Matisse oder auch manche »ausgesägte Formen von Jean Arp«. Dass Fuchs in den monumentalen Stahlarbeiten Momente des Dekorativen sieht, mag zunächst verwundern, ist doch der erste Eindruck der einer Übergröße, einer Schwere und Herbheit. Die ›Bäume‹ stehen – »bauchig, gebuckelt, gemuldet, gedreht und gebeugt« (Karlheinz Nowald) – meterhoch und verschlossen vor einem, die ›Blätter‹ nicht weniger groß – aufgefaltet oder in sich gerollt – liegen auf dem Boden oder lehnen an der Wand. Neben die Herbheit treten in der Anschauung Momente des Fragilen, des Verletzlichen, ja des Zarten. Alle diese Arbeiten aber sind ›vielleicht‹ auch Chiffren menschlicher Befindlichkeiten und Haltungen. Die Ausstellungen mit zahlreichen Papierarbeiten und nicht wenigen Holzskulpturen folgen den beiden Leitmotiven bis ins heute. Wortelkamp entfernt sich in den Arbeiten in unterschiedlichen Abstraktionsgraden von jeder eindimensionalen Wiedergabe einer motivischen Wirklichkeit. Seine ›Blätter‹ und ›Bäume‹ werden fraglich, erscheinen im Modus eines ›vielleicht‹, wie es für jede Erinnerung an Vergängliches, Vergangenes und Vergehendes grundlegend ist.

 

Buchvorstellung mit Lesung und Gespräch
zwischen Erwin Wortelkamp und Jörg van den Berg
›Erwin Wortelkamp. Blätter, Bäume – vielleicht‹
Samstag, 16. April 2016, 17:30 Uhr
›Depositum‹, Weyerbusch

Der siebte Band in der Buchreihe »hier und dort« zeigt neben der Dokumentation der aktuellen Ausstellungen ein Reprint des damals erschienenen, längst vergriffenen Katalogs, der in auch heute noch beeindruckender Form das Verhältnis zwischen Wortelkamps ›Bäumen‹ und ›Blättern‹ und deren natürlichen ‚Vorbildern’ klärt. In einem zweiten Teil zeigt das Buch erstmals eine fotografische Dokumentation der Mannheimer Ausstellung von 1976. Ein aktueller Textbeitrag der Düsseldorfer Kunstwissenschaftlerin Katja Behrens, der gerade im Verhältnis zu den beiden historischen Texten von Heinz Fuchs und Karlheinz Nowald erspüren lässt, wie sich nach vierzig Jahren die Perspektiven auf Thema und Werke verschieben können, schließt den Band ab.

 

Buchcover Blätter, Bäume – vielleicht

Das Buch erscheint im Kölner ›Salon Verlag‹; 184 Seiten, 23,5 x 16,5 cm; Broschur; Preis: 20,00 €; ISBN 978-3-89770-361-2

 

Ausstellungsorte

Depositum, im Tal – Stiftung Wortelkamp
Im Bruch 3, 57635 Weyerbusch

Haus für die Kunst, im Tal – Stiftung Wortelkamp
Schulstraße 18, 57635 Hasselbach
Ausstellungsdauer: 14. November 2015 bis 16. April 2016
Die Ausstellung ist nur nach telefonischer Vereinbarung geöffnet: Tel +49 2686.604

 

Eröffnung: Samstag, 14. November 2015
Programm

19.00 Uhr | Depositum, Weyerbusch

tal tönen 07
Marie Heeschen, Stimme
Luciano Berio (1925–2003)
›Sequenza III‹ für eine Frauenstimme (1965/66)

Eröffnung der Ausstellung Teil 1
›Erwin Wortelkamp: Blätter, Bäume – vielleicht‹

Einführung | Jörg van den Berg
im Gespräch mit Erwin Wortelkamp

anschließend | Haus für die Kunst, Hasselbach

Eröffnung der Ausstellung Teil 2
›Erwin Wortelkamp: Blätter, Bäume – vielleicht‹

tal tönen 07
Marie Heeschen, Stimme
Beate Zelinsky und David Smeyers, Klarinetten

Mátyás Seiber (1905–1960)
›Drei Morgensternlieder‹ für Sopran und Klarinette (1929)
1. Die Trichter | 2. Das Knie | 3. Das Nasobem

Pascal Dusapin (*1955)
›So full of shapes is fancy‹ für Sopran und Bassklarinette (1990)

 

tal tönen 07
Marie Heeschen, Stimme
Beate Zelinsky & David Smeyers, Klarinetten

tal tönen – die Reihe

Beate Zelinsky und David Smeyers sind seit Ende der 1970er Jahre professionell in Sachen Musik und speziell Neuer Musik aktiv: als Interpreten und als Lehrende, zusammen mit Komponisten und anderen Instrumentalisten. Seit über 35 Jahren sind sie ›Das Klarinettenduo‹. 2009 wurde das Duo von Michael Luig, den beide schon sehr lange aus unterschiedlichen Zusammenhängen kannten, für das erste Konzert der Reihe ›tal tönen‹ engagiert. Seitdem kam es zu vielen anregenden Begegnungen im Tal und im Hause Wortelkamp. Nach dem Tod von Michael Luig haben die beiden die inhaltliche Konzeption und Verantwortung für die Reihe ›tal tönen‹ übernommen – mit einem großartigen Auftakt am jour fixe diesen Jahres.

tal tönen 07

›tal tönen 07‹ beginnt im ›Depositum‹ mit der Sängerin Marie Heeschen und der ›Sequenza III‹ für Stimme solo, einem musiktheatralischen Werk des italienischen Komponisten Luciano Berio, der hier ein Kompendium vokalen und emotionalen Ausdrucks geschaffen hat. Im ›Haus für die Kunst‹ gesellen sich zur
Sopranistin Beate Zelinsky mit der Klarinette in den humorvollen, teilweise ironisch-skurril gebrochenen ›Morgensternliedern‹ des Ungarn Mátyás Seiber und schließlich David Smeyers mit der Bassklarinette in Pascal Dusapins
›So full of Shapes is fancy‹. Auch wenn hier ein Shakespeare-Text vertont wird – wer würde bei diesem Titel nicht sofort an die Arbeiten von Erwin Wortelkamp denken?

Musiker

Marie Heeschen studierte an der Hochschule für Musik und Tanz Köln bei Prof. Christoph Prégardien und Prof. Lioba Braun und ist dort heute in der Klasse von Prof. David Smeyers für Interpretation Neue Musik eingeschrieben. Als Solistin hörte man sie bei den Händelfestspielen Halle, dem fränkischen Musiksommer, auf dem Oude Muziek Fest Utrecht, Zeiträume Basel, als auch auf dem 8Brücken Festival in Köln und diversen Rundfunksendern. Sie ist Preisträgerin des Biagio Marini Wettbewerbs 2013, des Premio Selifa 2013 und 2015 und des Paula-Salomon-Lindberg Liedwettbewerbs 2015. Für die Spielzeit 2014/2015 wurde sie in das ›Junge Ensemble‹ des Musiktheaters im Revier Gelsenkirchen engagiert. In dieser Spielzeit ist sie an der Oper Bonn und dem MiR Gelsenkirchen als Gast zu sehen.

Die beiden Klarinettisten Beate Zelinsky und David Smeyers arbeiten seit 1980 als Das Klarinettenduo zusammen und haben seitdem durch ihre Kooperation mit Komponisten unterschiedlichster Stilrichtungen das Repertoire für diese Besetzung (Instrumentarium von Hoch-As-Klarinette bis Kontrabassklarinette) um über 40 neue Duos erweitert, in den letzten Jahren auch um Doppelkonzerte von A. Hölszky, A. Ingólfsson und N. Brass. Auftritte bei zahlreichen Festivals, Konzerte in vielen Ländern Europas sowie den USA, Kanada und Japan, Produktionen für deutsche und ausländische Rundfunkanstalten und Tonträger (zuletzt die Duo-CD ›Annäherung/Abweichung‹ bei edition zeitklang und das Doppelkonzert ›Zeit im Grund‹ von Nikolaus Brass bei NEOS).



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