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jourfixe

archivEingang zum ›Raum für Archive‹

jour fixe 2013
Samstag, den 22. Juni 2013

›wissen speichern nutzen‹
Raum für Archive

Raum für Archive (neu) | Archiv der ›im Tal – Stiftung Wortelkamp‹
& (temporär) Werke von Christoph Salzmann

Kleines Haus (neu) | Frank Herzog

Haus für die Kunst | ›andere Ordnungen‹ in und mit Werken von Herbert Egl, Hans Peter Feldmann, Peter Piller, Christoph Salzmann und Simon Wachsmuth


Wir bitten um verbindliche Anmeldung bis zum 14. Juni 2013 unter:
Tel +49 2686.604, Fax +49 2686.8139, E-Mail: post@im-tal.de
Kostenbeitrag. Nachmittag 15 Euro inkl. Kaffee und Kuchen


Programm


14:00 Uhr | im ›Raum für Archive‹ (neu)

Begrüßung
Dr. Ariane Fellbach-Stein (Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz)

‚Performativer‘ Gang im ›Raum für Archive‹ | Erwin Wortelkamp/Jörg van den Berg

im Garten | Kaffee/Kuchen


16:00 Uhr | ›Kleines Haus‹ (neu)

eigene Wege im Tal
Frank Herzog | ›Chronist im Tal‹ | Zeichnungen und Skulpturen 2011–13 Gespräch Frank Herzog und Erwin Wortelkamp


16:30 Uhr | ›Haus für die Kunst‹

›wissen speichern nutzen‹ | Einführung: Jörg van den Berg

Archiv: ein Körper | Vortrag von Christiane Meyer-Stoll (Kunstmuseum Liechtenstein)

Pause

GESETZTE MENTE [contemporary poetry from the archive of your body]
Monika Rinck (Autorin, Berlin) liest ausgewählte und zufällige Einträge aus dem ›Begriffsstudio‹ und spricht darüber.

Podium: Archive für Zukünfte
Christiane Meyer-Stoll (Kunstmuseum Liechtenstein), Monika Rinck (Autorin, Berlin) und Erwin Wortelkamp | Moderation: Jörg van den Berg


19:30 Uhr | ›Haus für die Kunst‹ (Abendveranstaltung)

Begrüßung | Ulla und Erwin Wortelkamp

Ausstellungseröffnung
›andere Ordnungen‹
in und mit Werken von Herbert Egl, Hans Peter Feldmann, Peter Piller, Christoph Salzmann und Simon Wachsmuth | Einführung: Jörg van den Berg

20:15 Uhr | im Garten
Wein, Wild und mehr

21:15 Uhr | im Tal
Michael Deiml: Sonne – Licht – Mensch


›Raum für Archive‹ – wissen, speichern, nutzen

Das Archiv ist eine Gedächtnisinstitution, ein Wissensspeicher, der Informationen sammelt, im besten Fall ordnet, um sie neu nutzbar zu machen; ein Ort der Erinnerung wie auch ein Ort für ‚Zukünfte‘. Im Souterrain des ehemaligen Schulhauses eröffnet die ›im Tal – Stiftung Wortelkamp‹ den ›Raum für Archive‹, der – den Stiftungszwecken entsprechend – Materialien zum künstlerischen Werk von Erwin Wortelkamp wie zur Anlage ›im Tal‹ zusammenführen wird. Es entsteht mit dem von Kim Wortelkamp entworfenen ›Raum für Archive‹ nicht nur ein Ort, an dem Entwicklungslinien des einen wie des anderen nachvollziehbar werden, sondern eben vor allem ein Ort, an dem sich die Bezüglichkeiten zwischen beiden neu definieren und weiter füllen werden. Die Mehrstimmigkeit der Materialien bildet die Basis für die gewünschte immanente Dynamik der Nutzung. Es geht hier nicht primär darum, einer vergehenden Gegenwart durch Aufzeichnung und Sortierung ein Überleben zu sichern, sondern darum, neue Prozesse und Erzählweisen anzustoßen.

Der jour fixe 2013 widmet sich dem Thema des Archivs und wird, entgegen der Tradition, nicht mit einem Talgang anfangen. Stattdessen führt ein ‚Performativer Gang‘ in den ›Raum für Archive‹, um dem Publikum die verschiedenen Ebenen und Inhalte vorzustellen und Erzählungen zu beginnen. Statt dem physischen Gang ins Jetzt also ein anders-physischer Gang in die Geschichte. Im Anschluss eine weitere Premiere, die erstmalige Nutzung des ebenfalls neu gestalteten Ausstellungsraums im ›Kleinen Haus‹. In der Reihe ›eigene Wege im Tal‹ war Frank Herzog für die vergangenen zwei Jahre der erste ›Chronist im Tal‹. Die hier entstandenen Zeichnungen und Skulpturen werden am jour fixe erstmals gezeigt.

Christiane Meyer-Stoll, Kuratorin des Kunstmuseum Liechtenstein, wird sich in ihrem Vortrag ›Archiv: ein Körper‹ anhand beispielhafter Kunstwerke und ihrer zurückliegenden Bearbeitung des Archiv Rolf Ricke den Fragen nach dem Archiv und seinen Potentialen als Ressource für das Publizieren und für das Ausstellung-Machen zuwenden.

Monika Rinck, sicherlich eine der aktuell wichtigsten deutschsprachigen Autor- innen, wird aus ihrem ›Begriffsstudio‹ lesen. In diesem Langzeitprojekt archiviert und sondiert Rinck seit 1996 sprachliche Entgleisungen, logische Verhaspler und merkwürdige Wortbildungen. 2001 hat sie die ersten 1000 ‚Zeilen’ in Buchform herausgebracht, um seither einen Kreis von Abonnenten in unregelmäßigen Ab- ständen via Email mit Lieferungen aus ihrem ‚poetischen Materiallager‘ zu versorgen. Die aktuelle Lieferung aus der vergangenen Woche endet mit der Nummer 3384, die sich auf ein Wort reduziert: „fischfröhlichkeit“.

Die Ausstellung ›andere Ordnungen‹ wird in und mit Werken von Herbert Egl, Hans Peter Feldmann, Peter Piller, Christoph Salzmann und Simon Wachsmuth exemplarisch erfahrbar machen wie aktuell das Archiv – als Einrichtung, als Technik wie als Metapher – für die künstlerische Produktion heute ist.


Die Gäste

Christiane Meyer-Stoll arbeitet seit 2000 als Kuratorin am Kunstmuseum Liechtenstein. Sie realisiert dort u.a. eine Ausstellungsreihe, die herausragende jüngere Künstlerpositionen mit einer ersten umfassenden Museumsausstellung und Publikation vorstellt, unter anderem Rita McBride und Matti Braun. Eine zweite Reihe widmet sich aktuellen und grundlegenden Fragestellungen, z. B. entstanden Gruppenausstellungen zum Thema Migration oder auch Körper und Geist. Einen dritten Schwerpunkt bilden erste Retrospektiven, bislang etwa zur Arte Povera, Fred Sandback und zu Bill Bollinger. 2010 wurde sie als erste Preisträgerin mit dem Justus Bier Preis für Kuratoren für die Publikation und Ausstellung zur Sammlung Rolf Ricke ausgezeichnet. Ihr kuratorischer Werdegang begann nach ihrem Studium der Kunstgeschichte 1990 im Kunstraum München e.V. Von 1993 bis 1999 wirkte sie als Leitende Kuratorin am Aufbau des Privatmuseums der Sammlung Goetz mit. Danach leitete sie im Kuratorenteam von 1998 bis 2000 die zeitgenössische Ausstellungshalle Lothringerstraße in München.

Monika Rinck wurde 1969 in Zweibrücken geboren und lebt in Berlin. Zu ihren wichtigsten Gedichtbänden gehören: Verzückte Distanzen (2004), zum fernbleiben der umarmung (2007), Helle Verwirrung (2009) sowie Honigprotokolle (kookbooks 2012). Von Anfang an bewegte sich Rinck interdisziplinär und intermedial. So tritt sie seit 2008 u.a. gemeinsam mit den Lyrikerinnen Ann Cotten & Sabine Scho auch als Rottenkinckschow auf. „Bei der Rottenkinckschow handelt es sich um ein aberwitziges, akademisch-experimentelles Format, das seine eigenen Laborbedingungen schafft. Wir versuchen um jeden Preis, Anschaulichkeit herzustellen. Assoziationen sind eo ipso Argumente. Nichts wird vereinfacht, vieles wird deutlich bis hin zu grob, nein nicht grob, sondern klar.“ Derzeit beschäftigt sich Monika Rinck mit allen Spielarten des Albernen. Im November 2013 wird im Verlag Peter Engstler das Buch EIN GUTER WITZ erscheinen. Zuletzt erhielt sie für ihren Gedichtband Honigprotokolle den Peter-Huchel-Preis (2013).


›im Tal‹ | 50 Kunstwerke auf 10 Hektar

Das ›Tal‹ ist anders. Es geht hier seit mehr als 25 Jahren um das Wirkliche und mehr noch um das, was möglich ist und wäre. Künstler, Landschaftsarchitekten, Bildhauer, Schriftsteller, Musiker und Forscher anderer Disziplinen haben sich daran beteiligt, den Landschaftsraum ›im Tal‹ zu gestalten. In einem Interview der Wochenzeitung ›Die Zeit‹ hat Horst Bredekamp, Professor für Kunstgeschichte an der Humboldt Universität Berlin, das ›Tal‹ auf eine Stufe gestellt mit einem der außergewöhnlichsten italienischen Renaissance-Gärten, dem ›Sacro Bosco‹ in Bomarzo: „Das für meinen Begriff eindrucksvollste Gartenprojekt hierzulande ist das deutsche Bomarzo. Es nennt sich ›im Tal‹: Auf über 100.000 Quadratmetern ... hat der Bildhauer Erwin Wortelkamp seit Mitte der achtziger Jahre mit anderen Künstlern eine riesige Naturgartenlandschaft entwickelt – mitten im Westerwald. Das ist einer der großartigsten Gärten von heute, mit enormer Aura. Auch eine Renaissance ...“ ›im Tal‹ geht es um eine neue Form privat verantworteter und getragener Öffentlichkeit. Einen öffentlichen Landschaftsraum, der ästhetische und gesellschaftliche Kräfte gleichermaßen freisetzt. Die Anlage ›im Tal‹ basiert dabei von Anfang an auf einem Handeln im regionalen Kontext mit internationalem Anspruch. Die Pflege und Entwicklung einer Landschaft über die Kunst kann dabei als ein einmaliges Modell gesehen werden und ist in ihrer Konsequenz vergleichbar mit dem landschaftserhaltenen Ansatz der Bauern im alpinen Raum.

Der jährliche jour fixe widmet sich in der Regel einem thematischen, für die Anlage konstitutiven Schwerpunkt. In diesem Jahr ist es die Neueröffnung des ›Raum für Archive‹, auf die sich das gesamte Programm des Tages beziehen wird. Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

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Raum für Archive
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Kleines Haus
Frank Herzog | der Chronist im Tal

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